The Year 2017
A Collective Chronicle of Thoughts and Observations

Welcome to what is going to be a collective chronicle of the year 2017! This journal will follow the general change that we experience in our daily lives, in our cities, countries and beyond, in the political discourses and in our reflections on the role of artists and intellectuals. Originating from several talks and discussions with fellow artists and thinkers FFT feels the strong need to share thoughts and feelings about how we witness what is going on in the world. Week after week different writers, artists, thinkers and scientists will take the role of an observer as they contribute to this collective diary.

#28: 10. – 16. Juli 2017
Tom Mustroph

10.7.
0.30 auf der Autobahn A89 zwischen Lyon und Clermont-Ferrand. Die Tour de France, genannt die "Große Schleife", hat sich als Bänder-Stückwerk herausgestellt und eine Überführung über knapp 600km von Chambery nach Bergerac angeordnet. Sei es, dass die Tour in Frankreich nicht mehr genug Anklang findet, um auf der Strecke dazwischen Etappenstädte zu akquirieren, sei es, dass die Organisatoren zu viel im Werk vom Marquis De Sade geblättert haben; sie haben es sowieso, wenn man sich manche Bergetappe anschaut.

Egal, die Gründe bleiben geheim. Tatsache ist, die Protagonisten der Rundfahrt, die Radprofis, haben es dieses Mal gut getroffen. Sie werden fein ins Flugzeug verfrachtet, während das Fußvolk, also Journalisten, Masseure, Mechaniker, den Weg auf der Autobahn absolviert. Eine lange Schlange von Fahrzeugen mit Tour-Akkreditierung, man kennt sich, man grüßt sich, man trifft sich beim Tanken wieder.

Dann tauchen Hinweisschilder nach Roanne auf. Erinnerungen blitzen auf, nicht eigene, sondern erzählte Erinnerungen. Mein Vater als Soldat der Wehrmacht in Frankreich. Nach einem Lazarettaufenthalt wegen Schussverletzung am Bein - Jahre später sollte es amputiert werden; Spätfolge des Kriegs - reiste er seiner Einheit hinterher. Mal mit dem Zug, mal mit dem Lkw, mal sogar trampend. Ein Wehrmachtssoldat trampt durch Frankreich, mitgenommen auch von Franzosen, auch durch Partisanengebiet. Was ihm Angst machte, wie er später dem Sohn erzählte. Danach war er in der Bretagne und der Normandie, dort versteckt in den klassischen Hecken. Gegenüber französische Partisanen. Unter ihnen, wie sich später herausstellte, der Vater einer Freundin; sie war Gast auf unserer Hochzeit, und das Schicksal unserer Väter, die sich ins gleiche Stück Erde gekrallt hatten, aus unterschiedlichen Motiven, klar, die aber beide den Tod für den anderen in den Patronenkammern ihrer Waffen hatten, war dann auch Thema auf der Hochzeit. Die Flugbahnen, der von ihnen abgesandten Patronen, haben sich nicht derart gekreuzt, dass es uns, unsere bretonische Freundin und mich, nicht gegeben hätte. Zum Glück. Wenn über 70 Jahre nach Ende dieses Krieges solche Gedanken noch durch Köpfe schießen, wenn ein harmloses Straßenschild erscheint - was mag dann erst in den Köpfen von Männern und Frauen im Irak, in Syrien, in Afghanistan vorgehen? Und wie lange wird es dauern, bis für sie und ihre Kinder der Krieg nur noch eine Erzählung ihrer Alten ist?

8.30 Uhr aufgewacht in einem Ibis Budget, ein Plattenbau nahe der Autobahn. Der Kaffee dort war nur bedingt trinkbar, also in die Bar vom Hypermarkt gleich gegenüber. Eine alte Frau bedient. Sie wirbt mit Coffee to go für 1,30 Euro, und damit, dass das Brot zum Mitnehmen hier auch geschnitten wird, kostenlos sogar. Verlangen Bäckereien in Frankreich ansonsten schon extra Geld fürs Schneiden der Brote? Gewinnmaximierung bei jedem Handgriff?

Danach nur Autofahrt. Richtung Perigueux. Vorbei an Höhlen von Cro-Magnon-Menschen, vorbei an lebensgroßen Inszenierungen dieser Frühmenschen. Vorbei auch an der legendären Höhle von Lascaux. Tour de France bedeutet, an viele reizvolle Orte und in viele spektakuläre Landschaften Frankreichs zu kommen - und dann nicht die Zeit zu haben, sich ihnen auch zu widmen. Immer geht das Rennen vor. An diesem sogenannten "Ruhetag" mit 600 km Transfer muss man noch zu den Pressekonferenzen. Statt Cro-Magnon-Mensch mit künstlerischem Großwerk ist Homo Sapiens auf antiquiertem Tretrad eingehüllt in Lycra dran. Was zeitlich später kommt, muss nicht immer Fortschritt sein.

 

11.7.
5.30 Uhr, aufgewacht, naja selbst geweckt, fürs Arbeiten, bevor die Tour wieder losgeht, in einem Häuschen mitten im Wald. Ein Hase mit langen Löffeln steht vor dem Fenster. Der gehöre hierher, sagen unsere Gastgeber später. Sie kommen aus Paris, haben die Großstadt satt, das viele Geldverdienen, das man muss, um dort zu überleben, auch. Sie haben sich dieses Anwesen gekauft, in dem sie jetzt Zimmer vermieten. Sie seien glücklich, sagen sie. Und sie machen ganz den Eindruck. Noch mehrere solcher Stadtflüchter, eher sind es Neoliberalisierungsflüchter, treffen wir als Gastgeber in diesen drei Wochen Frankreichrundfahrt.

12.00 Uhr, Perigueux. Die Zufahrtsstraßen sind hier mit Baggern, Dumpern, Traktoren und ähnlichem Großgerät aus Baugewerbe und Landwirtschaft blockiert. Auch Beton- und Eisenteile sind verteilt. Die Tour, sie schwebt in Terrorgefahr, vor allem seit dem Anschlag von Nizza am 14. Juli 2016, der sich nicht allzu weit von der damaligen Etappe ereignete. In unserem Haus im Wald war davon nichts spüren. Das Perigord gilt laut unseren Vermietern auch nicht als Rekrutierungsregion des IS. Aber Toulouse, sagen sie, Achtung, Toulouse, von dort seien einige in den Irak und nach Syrien gegangen. Nach Toulouse führt die Tour auch noch, exakt zum Nationalfeiertag.

 

12.7.
19 Uhr, Pau. Endlich mal Zeit, essen mit Kollegen, bei einem Italiener, überteuert, aber gut. Der Italiener, der uns bedient, spricht auch nur französisch, echt assimiliert in der zweiten Generation also. Wenn es überhaupt ein Italiener ist.

Die Kollegen erzählen von einem Kameramann von Europsport, der auf die Seiten des Tourbuches in Mußesekunden Porträts der Fahrer zeichnet. Es sind reizvolle Porträts, die Gesichtszüge verschwimmen mit den Profilen der Berge, über die diese Fahrer müssen. Etwas Kunst also auch bei dieser Tour. Sams Werke kann man über seinen Instagram-Account sehen: s4m_artwork.

Ach ja, die Etappe gewinnt mal wieder Marcel Kittel, seine fünfte schon bei dieser Tour. Eine tolle Leistung, die aber auch eine Rarität mit sich bringt. Die Pressekonferenz geht früher zu Ende, weil niemand, wirklich niemand, mehr eine Frage an den Seriensieger hat. In Deutschland dagegen, hört man, brandet die Kittelwelle hoch. Sogar Menschen, die nichts mit Radsport zu tun haben, wissen mit seinem Namen etwas anzufangen. Das nennt man dann mediale Ungleichzeitigkeiten. Wir, die Verbreiter der Welle, sind nicht mehr neugierig auf Details. Die Welle brandet ja jetzt auch ohne uns.

 

13.7.
16.30 Uhr. Ankunft in Peyragudes, ein Flughafen mitten in den Pyrenäen. Ein Bond-Film wurde hier vor 20 Jahren gedreht, "Tomorrow Never Dies", hieß der, erzählen stolz die PR-Abgesandten der Region im Pressezelt. Was wir erleben, ist, dass die Gegenwart zu Grabe getragen wird. Christopher Froome, dreifacher Toursieger, verliert hier erstmals in den Bergen das gelbe Trikot, das den Besten der Tour auszeichnet. Ein historischer Moment. Und die Tour de France verspricht spannend zu werden wie ein Bond-Thriller, wie die besseren aus der Serie.

20 Uhr, Ankunft in Barousse, einem kleinen Pyrenäenstädtchen. Gavin, ein Brite, hat sich hier im Frühjahr das Hotel gekauft und steckt noch mitten im Umbau. Er plante seinen Ausstieg aus der Arbeitswelt der Metropolen erst für das nächste Jahr. Dann verliebte er sich in den Ort, kaufte, baute, und empfängt Gäste. Eine Freundin aus Tschechien hilft. Für einen schönen Abend sind in einem 600-Seelen-Ort in den französischen Pyrenäen ein Brexit-Brite, ein Ostberliner, eine Osteuropäerin und eine Frau vom Bodensee miteinander vereint. Altes Europa, wie schön kannst du sein!

Ach ja, auch fern der kulturellen Hochburgen gibt es Probleme. Gavin erzählt vom Internet-Anbieter Orange, der ihn seit Monaten hängen lässt. Telekom- und 1und1-geschädigt, wie wir sind, wollen wir gar nicht alle Details wissen, versichern Gavin aber unseres Mitgefühls.

 

14.7.
12 Uhr, Saint-Girons. Beim Etappenstart werden Behinderte auf Doppelrädern dorthin gerollt, wo auch die Profis hin rollen. Tolles Mobilitätstreffen. Mancher hartgesottene Profi ist gerührt. Beim Altenheim nur 300m weiter werden die Insassen nicht hinausbegleitet. Sie halten sich die Hände wund am Zaun, bleiben Gefangene ihrer Einrichtung. Tapfer versichern wir uns: Nie, nie werden wir in solche Heime gehen. Wir fragen nicht, ob diese Alten das einst auch behauptet hatten. Wir lassen sie ja auch nicht selber raus. Die Tour braucht unsere Aufmerksamkeit.

21 Uhr, Toulouse-Blagnac. Unweit des Flughafens finden wir unser Hotel. Hotel des Etats Unis heißt es - Hotel USA, absolut passend zum Trump-Besuch in Paris just an diesem Tag. Wir hoffen, dass The Donald nicht auch noch in unsere USA kommt - und haben Glück. Um zum Feuerwerk zum Nationalfeiertag der Franzosen zu gehen, sind wir zu müde. Wir setzen uns auf den Balkon vor unserem Zimmer, öffnen den Champagner, der gut kühl geblieben ist, und suchen den Himmel nach Feierfeuer ab. Vergeblich. Am nächsten Tag lesen wir in der Zeitung, dass das Feuerwerk sehr schön gewesen sein soll. Herrjeh, man kann nicht alles haben.

Auf Islamisten sind wir in Toulouse, dem angeblichen IS-Rekrutierungsgebiet, übrigens nicht gestoßen. Wir lesen nur von Muslimen, die gegen Gewalt demonstrieren.

 

15.7. 7 Uhr
Das Hotel USA soll in einem Park liegen, dem Parc de Fondeyre, teilte das Navigationsgerät mit. Auf der Suche nach dem Park, und auf der Suche nach einem Kaffee, dessen Qualität über der des Hotel-eigenen Kaffees liegt, gehe ich los. Der Parc de Fondeyre entpuppt sich als Industriegebiet. Reifenhändler sind hier neben Tanklagern angesiedelt. Speditionen aller Art sind ebenfalls präsent. Ganz üppig müssen die Geschäfte nicht laufen. Zahlreiche Bürogebäude stehen leer. Die Plakate der Makler, die sie zu verkaufen oder vermieten versuchen, sind so zerfetzt, derart vergilbt, dass wohl selbst die Makler nicht mehr an einen Abschluss glauben. In der Lokalpresse ist zu lesen, dass Geschäftsleute hier Diebstähle und Prostitution beklagen und mehr Polizeipräsenz fordern. Fragen kann ich die Geschäftsleute nicht, denn es ist so gut wie niemand auf der Straße. Gut, es ist auch Samstag. Nur einzelne Figuren drücken sich hinter dem Zaun eines ESSO-Lagers herum. Dennoch streune ich weiter durch das Industriegebiet. Es kommt mir heimischer, vertrauter, irgendwie sogar schöner vor als so manche moderne Vorstadt mit den immer gleichen Einfamilienhäusern, den gleichen Hecken, den gleichen Doppelgaragen. Selbst in der Absenz von Leben ist hier, am Rande von Toulouse, eben doch Arbeitsleben zu sehen, wenn auch nur in ganz rissigen Spuren. Man müsste mal wieder in Marc Augès Bändchen "Nicht-Orte" blättern, nehme ich mir vor, wohl wissend, dass daraus nichts werden wird.

Endlich finde ich ein Café, das offen ist. Truckfahrer aus Osteuropa sitzen da und schweigen meist. Nur ab und an fällt ein Wort, das auf eine slawische Sprache deuten lässt. Ich schweige ganz, genieße das wortlose und anonyme Beisammensein. Dann fällt mir auf, dass diese Männer wahrscheinlich genau deshalb hier sitzen, und ihre Trucks fahren, weil sie sich und ihrer Familie eben die Vorstadthäuser erarbeiten wollen, durch die ich nicht mal laufen wollte. Ich spreche sie nicht auf diese (meine) Widersprüche an.

 

16. 7.
14 Uhr. Auf dem Weg von Rodez nach Le Puy-en-Velay bemerken wir, dass an der Strecke der Tour de france so gut wie niemand auf sein Smartphone starrt. Nur ungefähr jeder Zehnte begibt sich in fernmündliche oder ferntextliche Kommunikation. Das Gros der Menschen sitzt, liegt, lümmelt oder steht da - und wendet sich einander zu. Es gibt ja auch genug zu tun: Ganze Sitz- und Tafelarrangements müssen aufgebaut werden. Kühltaschen werden herausgeholt, ihr Inhalt auf teilweise festlich geschmückte, teils spartanisch-rustikal gehaltene Tische entleert.

Ist das getan, dann müssen die vielen mitgebrachten Köstlichkeiten auch verzehrt, die Wein- und Bierflaschen geleert werden. Man kann nicht einmal sagen, dass die Zuschauer so richtig warten. Sie sind ja ganz gut selbst miteinander beschäftigt, mit Ein- und Auspacken, mit Essen und Verdauen, ja, sogar mit dem Reden miteinander. Wenn für einen Moment dann doch Langeweile aufzukommen droht, die Hand zum Handy zuckt, dann kommt gewiss ein Auto der Werbekarawane, des neutralen Trosses oder gar ein Teamfahrzeug vorbei, zu dem man winken kann, von dem man Geschenke fordert, das überhaupt auch wieder als neuerlicher Gesprächsanlass taugt.

Es wird deutlich: Die Tour de France ein doppelter Anachronismus. Mit langsamen Gefährten, angetrieben von einem ganz alten Kraftübertragungsprinzip, werden weite Strecken zurückgelegt, die meist nicht einmal Start- und Endpunkte auf dem kürzesten Wege verbinden. Und obwohl ein riesiger Media-Hype um das ganze Event gemacht wird, sind allenfalls noch die Radios an, die Informationen geben. Ansonsten sind die Menschen aber mit sich selbst beschäftigt, mit vor Jahrtausenden ausgebildeten "Tools": Zunge und Stimmbänder, auch mal Hände und Füße. So gesehen verdiente sich die Tour France fast schon eine Berücksichtigung auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Am Ende des Tages landen wir dann wieder bei Stadtflüchtern. Eine Charlottenburgerin ist 2002 in die Auvergne gezogen und zieht jetzt Schafe und Schweine auf, die sie dann schlachtet, und zu Essen für eine Schule, ein Altenheim und die Gäste ihrer Herberge verarbeitet. Neben unserem Zimmer ist ein Schaf, mit Namen "Yalla" - arabisch "Los jetzt". Yalla wird noch mit der Flasche aufgezogen, weil es bei der Geburt so schwach war. Tröstlich für uns Städter: Yalla wird nicht zu Wurst verarbeitet. Yalla muss in wenigen Monaten aber beginnen, andere Lämmer zu gebären. So ist das mit dem Fleisch, wenn es noch lebt, "mäh" macht, und nicht als Klumpen auf der gläsernen Theke liegt. Yalla, yalla, wir müssen jetzt weiter.

 

 

Tom Mustroph *1967 in Berlin, ist in Berlin und Palermo sowie unterwegs als freier Autor und freier Dramaturg in so unterschiedlichen gesellschaftlichen Subsystemen wie dem Theater, der Kunstszene und dem Sport tätig. Dabei interessiert ihn in erster Linie, wie selbstverantwortliches Arbeiten elegant und unter Einhaltung moralischer Mindeststandards gelingen kann (mitunter in Theater und Kunst) und welche Konstellationen systematisch zum Scheitern führen (Doping und Mafia).

#1 January 1st - 8th Jacob Wren

#2 January 9th - 15th Toshiki Okadajapanese version

#3 January 16th - 22nd Nicoleta Esinencuromanian version

#4 January 20th - 30th Alexander Karschnia & Noah Fischer

#5 January 30th - February 6th Ariel Efraim Ashbel

#6 February 6th - 12th Laila Soliman

#7 February 13th - 19th Frank Heuel – german version

#9 February 26th - March 5th Gina Moxley

#10 March 6th - 12th Geoffroy de Lagasnerie – version française

#11 March 13th - 19th Agnieszka Jakimiak

#12 March 20th - 26th Yana Thönnes

#13 March 30th - April 2nd Geert Lovink

#14 April 3rd - 9th Monika Klengel – german version

#15 April 10th - 16th Iggy Lond Malmborg

#16 April 17th - 23rd Verena Meis – german version

#17 April 24th - 30th Jeton Neziraj

#18

#19

#20 May 15th - 21st Bojan Jablanovec

#21 May 22nd - 28th Veit Sprenger – german version

#22 May 29th - June 4th Segun Adefila

#23 June 5th - 11th Agata Siniarska

#24

#25 June 19th - 25th Friederike Kretzengerman version

#26

#27 July 3rd - 9th Laura Naumanngerman version

#28 July 10th - 16th Tom Mustroph – german version

#29 July 17th - 23rd Maria Sideri

#30 July 24th - 30th Joachim Brodin

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Mark Fisher
We are deeply saddened by the devastating news that Mark Fisher died on January 13th. He first visited the FFT in 2014 with his lecture „The Privatisation of Stress“ about how neoliberalism deliberately cultivated collective depression. Later in the year he returned with a video-lecture about „Reoccupying the Mainstream" in the frame of the symposium „Sichtungen III“ in which he talks about how to overcome the ideology of capitalist realism and start thinking about a new positive political project: „If we want to combat capitalist realism then we need to be able to articulate, to project an alternative realism.“ We were talking about further collaboration with him last year but it did not work out because Mark wasn’t well. His books „Capitalist Realism“ and „The Ghosts of my Life. Writings on Depression, Hauntology and Lost Future“ will continue to be a very important inspiration for our work. 

Podiumsgespräch im Rahmen der Veranstaltung "Die Ästhetik des Widerstands - Zum 100. Geburtstag von Peter Weiss"

A Collective Chronicle of Thoughts and Observations ist ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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