The Year 2017
A Collective Chronicle of Thoughts and Observations

Welcome to what is going to be a collective chronicle of the year 2017! This journal will follow the general change that we experience in our daily lives, in our cities, countries and beyond, in the political discourses and in our reflections on the role of artists and intellectuals. Originating from several talks and discussions with fellow artists and thinkers FFT feels the strong need to share thoughts and feelings about how we witness what is going on in the world. Week after week different writers, artists, thinkers and scientists will take the role of an observer as they contribute to this collective diary.

#25: 19. – 25. Juni
Friederike Kretzen

19.6.17
Bewege mich den ganzen Tag um den ersten Eintrag herum, schiebe ihn auf, versuche, Raum zu gewinnen, die Chronologie der Tage zu desorganisieren, mich aus ihrer Folge zu lösen, - heute war gestern und morgen wird heute sein - die Schleusen der Zeit öffnen, jeden Tag wieder, der Anfang liegt vor dem Anfang, erst das ist anfänglich.

Weiss immer weniger, wie hier schreiben, als wer, und vor allem: Wem? Schnell weg!

 

20.6.17
Was nicht wiederkommt, ist nicht gewesen. Unablässig läuft das Leben zu uns über und ist auch schon vorbei. Das ist das Gefährliche an ihm, das, wovor wir nie sicher sein können und warum wir mindestens zwei Leben brauchen, sonst werden wir nicht auf dieser Erde gelebt haben. Schreiben ist eine Art Wiederkunft, Rückruf, Beschwörung des Dagewesenseins und nichts soll an uns verloren sein. Der Möglichkeitsraum des Schreibens ist die Öffnung auf das, was wir als Vergangenheit bezeichnen, die eben nicht vergangen ist. Wem das klar ist, dem hilft der Himmel. Heute ist er gross, blau und voller Hitze.

Es wird uns tagtäglich in immer dringlicheren Rhythmen eingehämmert, dass heute nichts als heute sei. Kein Anschluss, keine Verbindung, keine Geschichte wird uns mitgeteilt. Nie heisst es, die von der Abschiebung bedrohten Afghanen in Frankfurt sind es heute noch immer, schon wieder ist es ungewiss, ob sie nicht im Morgengrauen aus ihren Häusern geholt werden. „Um zwei umstellt Gendarmerie das Haus und verhaftet uns alle. So gemütlich ist es immer noch.“ Wie Günter Eich schreibt, und das ist eine Geschichte, die davon handelt, wie es am nächsten Tag weitergeht.

Täuschen wir uns nicht, die täglichen Nachrichten, ihre Sprache, ihre Unbedingtheit sind eine Waffe, die sich gegen unsere Existenz in ihrer ganzen Ungesichertheit wendet. Wir werden bekämpft durch hochfiktive Versprechen von Sicherheit, getarnt als Realismus gegen die strömende Unordnung der Zeit, ihr Flackern, Lodern, ihr Überlaufen, in dem sich etwas äussert, das von anderer Dauer, von anderer Substanz ist als alles, was wir feststellen können.

Auf all das, was auch noch da ist zu hören, es wahrzunehmen, ist Grundlage meiner Arbeit, alles, was mir geschieht, wichtig zu nehmen, wie es Henry James den Schreibenden ins Aufgabenheft geschrieben hat. Arbeit, die mich am Leben hält, durch die ich Zeit gewinne, und über sie hinaus Aussicht auf ein weiteres Wort im vagen Gebiet des Realen.

Ich sitze in Basel, das Fenster meines Zimmers geht auf den alten römischen Stadtgraben. Bäume wachsen zwischen Ausgrabungsgruben, in denen unter Glas schön hingelegte kleine Gerippe von Kelten zu sehen sind, Schalen aus denen sie oder die Römer assen und Spangen, mit denen sie ihre Kleidung befestigten. In der Nacht leuchten die Gruben, damit sie im Dunkeln gesehen werden.

Für den Sommer wurden daneben vom Museumsdienst der Stadt weisse Wüstenzelte aufgebaut, deren Böden mit Sand gefüllt sind, der durch Holzrahmen in gleichgrosse Felder abgetrennt ist, wie Sandkästen auf Spielplätzen. Ab acht Uhr treffen sich nun schon seit Tagen vor den Zelten Kinder mit ihren Lehrern. Ihre Stimmen schwirren, kreischen, murmeln, je nach Unterricht und Strenge der Lehrpersonen, die sie begleiten. Dann sehe ich sie in den Sandkästen sitzen und nach der Schweizer Geschichte graben. Sie lernen hier mit grossem didaktischen Aufwand nach etwas zu suchen, das sie auf keinen Fall finden sollen: dass da auch ihre Geschichte begraben liegen könnte. Und je näher sie diesem Gebot kommen, um so tiefer buddeln sie sich in ihre eigene Inexistenz.

Jedes Land hat seine eigene Art, seine Geschichte zu leugnen. Auch nach über dreissig Jahren, die ich in der Schweiz als ewige Fremde (was ich nicht ungern bin) lebe, kenne ich die Schweizer Geschichte nicht. Denn lieber wollen die Menschen in diesem Land sie nicht haben, ziehen es vor, keine zu haben, sagen: I prefer not to - ganz so wie Bartleby der Schreiber, Held in Herman Melvilles gleichnamiger Erzählung aus dem Jahr 1853, "unser aller Bruder" wie Gilles Deleuze ihn nennt. Da können die Kinder ruhig weiter nach ihren toten Brüdern graben, die bleiben unter Verschluss und eine ewige Bedrohung.

 

21.6.17
Gestern war Weltflüchtlingstag. Die Welt hat sich auf die Flucht begeben und ich bin meine alten Adressen abgegangen, ob sie noch da sind, ob sie noch zu mir sprechen. Ich sorge mich um sie. Da ist Godard, der sagt, wir müssen anders, kleiner, langsamer denken, der von allem, was geschieht, immer zwei Bilder macht, denn so, sagt er, entstehen Verbindungen, die mehr sind als eins und eins. Er betet jeden Tag für die Gerechtigkeit zwischen Fiktion und Realität. Ich ging dann weiter bei der Aichinger vorbei, hörte ihre Forderung, dass die Worte durch die Lautlosigkeit durchzugehen haben, damit sie wieder Laut geben können in der Not, notwendig und die Not wendend. Auch das kann Sprache, - sie setzt etwas anstelle von mir, anstelle des nackten, schutzlosen Lebens. Da ist dann ein Wort, eine andere Präsenz, subtiler Körper, der weder zu mir noch nicht zu mir gehört. Womit wir dann schon zu dritt sind. Und nicht mehr so allein, eingeschlossen, unbezüglich, wie es eine Not ist.

In der sind wir nur zu sehr und eine Sprache, die die Not wenden könnte, ist rar. Denn wir lassen sie uns nehmen, haben sie einer Verallgemeinerung von Sagbarkeit, einer absurden Vorstellung von Mehrheitstauglichkeit überantwortet und uns gleich mit. In der Kunst geht ein Gespenst der Mehrheiten, des grossen Publikums, der Sieger, der Stärke, der Allgemeingültigkeit um; es ist nichts Anderes als das alte Gespenst Europas. Verlangt von uns strikten Glauben an Machbarkeit und daran, dass, was sich als wirklich gibt, auch da ist. Na Prost. Als gäbe es die Wirklichkeit, als hätte es sie je gegeben, gegenwärtig, unverstellt - und niemand darf sie mehr verlassen. Das heisst dann Realismus des 21. Jahrhunderts und ist schon längst wieder eine festgestellte Bewegung geworden. Was für eine hochideologische, völlig verdrehte Begrifflichkeit, die all die viele Arbeit an der Unauflösbarkeit des Zusammenhangs von Fiktionalität und Wirklichkeit, gegen die kein Kraut gewachsen ist, vom Tisch fegt. Haben wir denn ganz vergessen, dass wir nicht Herr im eigenen Haus sind? Dass das Unheimliche das Heim bewohnt, bevor wir es bewohnen können?

Wo sind die Künstler und Künstlerinnen, die für das Wenige in ihnen schreiben, die das Gespräch mit dem Anderen, dem Schwachen, dem zu leise Fühlenden in sich suchen? Wo sind die, die es wagen, in die Sprachlosigkeit zu gehen, die vorgeblichen Verbindungen zu kappen, die Bedeutungen, die sowieso nur Behauptungen sind, wenn sie nicht Satz für Satz, Wort für Wort dem grossen beweislosen Meer der Sprache abgerungen, übersetzt, herumgetragen, befühlt worden sind?

Es hat ein grosses Erstarren stattgefunden. Macht wird wieder und weiterhin bewundert, affirmiert. Die Wenigsten erlauben sich, nein zu sagen zu den Anträgen der Dringlichkeit, der Bedeutsamkeit, des Terrors von Sicherheit und Glück, zu den Namen der grossen Akteure, deren Ausdruck immer schon da war, die mehr und zugleich auch weniger als tot sind, was sie so heimtückisch macht.

Als wären wir nicht in der Lage, das, was uns als wichtig, als wirklich und auch als unwirklich (es ist ein- und dasselbe) angetragen wird, in Zweifel zu ziehen. Es könnte all dem Gerassel mit der Drohung, die Zeit zu verpassen und mit ihr die brennendsten Geschehen der Gegenwart, auch anders begegnet werden, - mit Zurückweisung der Bezüglichkeit, mit der Frage, ist da eine Verbindung? Und wenn ja, ist es die, die mich bindet? Woher kann ich das wissen, und wer sonst als ich kann das wissen? Fragen, die so notwendig sind wie das Schweigen, das genaue Hinschauen und das Aufschieben der Chronologien. In den Worten der Aichinger: „Die Landschaften des Herzens kontrollieren, ihre Beleuchtung, das Flackern, die Schwärze. Nicht aufhören damit.“

Die verlebendigende Möglichkeit von Sprache liegt an der Grenze zur Sprachlosigkeit. Nur von dort her lässt sich sagen, was fehlt, und fragen, wie können wir ihm, das immer wieder fehlt, das unablässig zum Fehlen gebracht wird - sind wir es nicht selbst? – die Gerechtigkeit wiederfahren lassen, die noch nie recht behalten hat, die es ablehnt, zurecht zu kommen.

 

22. Juni
Eine alte Freundin rief mich an, wir waren für den Nachmittag verabredet. Sie bat mich, ihr eine Basler Zeitung am Kiosk zu kaufen und mitzubringen. Ich fragte sie, welche ich ihr bringen solle, die von gestern, von heute oder lieber die von morgen.

Als wir uns trafen, war sie leicht in Sorge um meinen Geisteszustand, wir haben es auf die Hitze geschoben, dabei – ich bin mir sicher, steht heute das gleiche in der Zeitung wie gestern. Dann sprachen wir von Indien. Sie war 1974 in Indien, auf der Rückreise von einem zweijährigen Studienaufenthalt am Sepik, dem sterbenden Fluss, bei den Yatmul in Papua Neuguniea. Zusammen mit ihrem Mann lebten sie in einem kleinen Haus, zwei Meter über der Erde, die in der Monsunzeit überschwemmt wurde. Das war die Zeit im Jahr, als die Häuser ablegten und sich aufs Wasser begaben. Sie trieben in ihren Spiegelbildern, glitten über sie hinweg und wurden Himmel und Erde. Um sich zu besuchen, stiegen die Menschen in ihre Einbäume, paddelten zu ihren Nachbarn. Die Einbäume wurden von den Männern für ihre Frauen geschnitzt, die darin zum Fischfang auszogen. Den Fisch tauschten sie gegen Sago, Betel und Tabak. Doch die Fische wurden weniger, das war das Sterben des Flusses. Er erstickte an einer Alge, die aus einem Aquarium in den Fluss geworfen worden war und seitdem wucherte.

Dort haben sie und ihr Mann Gespräche geführt. Zur Erkundung von Gefühlen und Menschen, die am Fluss leben seit jeher. Sie hatten eine Ahnung davon, dass Menschen sich aussprechen, immer, es ist gar nicht anders möglich. Egal wie fremd sie zunächst erscheinen mochten. Sie wollten den Fremden zuhören, wollten auch hören, wie es auf sie wirken würde, wenn sie ihnen zuhörten, wollten wissen, wie sie sagten, was sie sagten, in welchen Situationen, an welchen Stellen des Gesprächs sie welche Worte und welche nicht sagten. Das alles war sehr aufregend. Sie studierten wie die Wilden, um Ethnopsychoanalytiker zu werden, jener luzide Stamm von Forschenden aus der Schweiz, begierig zu erfahren, was Menschen alles sagten, dachten, fühlten.

Später schrieben sie zusammen ein Buch davon. Als vor bald drei Jahren der Mann meiner Freundin starb, kamen zu seiner Trauerfeier viele Sepikreisende, die schon lange nicht mehr dort gewesen waren. Doch als sie sich trafen, um von einem von ihnen Abschied zu nehmen, brachten sie den Fluss mit. Er lebte. An diesem Abend durchströmte er uns alle, überschwemmte die Erde und wir glitten auf seiner spiegelnden Fläche durch den Saal im ersten Stock des Zunfthauses ZUR MÄGD. Vor den Fenstern der Rhein, der, als wir spät in der Nacht aus der Türe traten, der Sepik geworden war.

 

23. Juni
Am Abend ein Treffen meiner Literaturgruppe, in der wir schon seit vielen Jahren Bücher lesen und zusammen besprechen. Seit langem stand Unendlicher Spass von David Foster Wallace auf unserer Liste. Jetzt haben wir die ersten dreihundert Seiten gelesen. Das Buch, 1996 erschienen, ist die genaueste, die radikalste, - eben die haltloseste – Bestandsaufnahme eines mehr als beängstigenden Zustands der US-amerikanischen Gesellschaft, in der alles süchtig ist: die Ausbildung, der Sport, das Leben, das Denken, die Familie, das Sterben, die Radiosendungen, die Geheimdienste, sogar der Wahnsinn ist süchtig. Also getrieben, übersteuert von etwas, das masslos, unhinterfragbar, unaufhaltbar nichts als wirklich zu sein verlangt. Sucht ist Funktion einer sich aus ihr selbst ergebenden Notwendigkeit, deren Erfüllung nur immer wieder ihre Notwendigkeit bestätigt. Also völlige Einsperrung, totale Hörigkeit, die nichts mehr hören kann als das, was da ist, - das Verlangen, der Trieb, der Reflex, leer, fehlend, unbezüglich, auf kein anderes Leben beziehbar als das der süchtigen Evidenz. Da ist das Leben allgemein geworden, das heisst, könnte auch von jedem anderen gelebt werden, also diese Art von Spass und Unterhaltung.

 

24.6.
Godard zeigt in einem französischen Gemeinschaftsfilm zum Vietnamkrieg von 1969, wie sehr das Vietnam der Nachrichten nichts weiss von Vietnam. Zugleich ermisst er Bild für Bild, wie sehr Vietnam ihn einnimmt, wie es da ist, in ihm, bei ihm, jeden Tag, überall. Ganz so, wie er bis heute nicht aufgehört hat, zu arbeiten.

Hüten wir uns, Bescheid zu wissen, wo wir nicht sind, hüten wir uns, für andere zu sprechen, die nicht die anderen in uns sind. Was können wir sagen zu dem Wahnsinn einer Gesellschaft, die mit den fliehenden Menschen der Welt so umgeht, dass sie fragt (wen eigentlich? Gesetz? Gott? Polizei?): Können wir sie aufnehmen? Es sei denn, wir würden uns fragen, ob wir uns aufnehmen können, und wenn ja, wo denn? Als wer? Als die Wahnsinnigen, die glauben, sie hätten ein Recht gegen Hilfsbedürftige, Schwache, Ohnmächtige, ein Recht, sie abzuweisen, sie wegzuschicken. Können wir dies auf uns nehmen?

Als Kolumbus wider Erwarten Amerika eroberte und ihm die ersten Menschen dieses neuen Kontinents begegneten, nannte er sie nach dem Land, das er gefunden zu haben meinte, das aber ein anderes Land war: Indianer. Schon hatten die so benannten ihr Land verloren, waren Fremde auf ihrem eigenen Boden geworden, der nun denen gehörte, die annahmen, benennen zu können. Wir wissen, wie die Geschichte der Indianer bis heute weitergeht: sie müssen noch immer ausgelöscht werden, das hat im gleichen Masse, wie sie nicht auszulöschen sind, nie aufgehört; sie kommen immer wieder zurück.

Die so durch und durch süchtige Gesellschaft, von der David Foster Wallace uns in seinem Buch erzählt, ist diese Gesellschaft, die auf der Flucht vor sich selbst, alles um sich herum zerstört.

 

25. Juni
Hatte meine Blockveranstaltung an der ETH Zürich, wo ich seit 1996 jedes Semester das Seminar: Schreibarbeit, Präzision der Sprache als Forschungsfeld der Literatur durchführe. Die Veranstaltung habe ich durch das Verschwinden von zwei Lehrstühlen für deutsche Sprache und Literatur und durch alle Bolognareformen der Hochschule durchgesteuert. Und was ich da mache, ist nichts anderes, als einen Aufmerksamkeitsraum zur Verfügung zu stellen, in dem Texte anders betrachtet werden, - auf ihre Impulse, ihre verborgenen Schätze, ihre Träume und Grenzen. Das Seminar ist tatsächlich ein kleines Schiff auf hoher See, wo Texte ungewiss und unterwegs sein können.

Für diesen Tag sollten die Teilnehmerinnen einen Text zum Thema: Unglücklicherweise verlieren wir manchmal schreiben. Ein Satz, den ich aus einem Film von Kiarostami habe. Am Ende von TEN sagt die Hauptdarstellerin zu ihrer Freundin, die gerade verlassen worden ist und sich die Haare geschoren hat, diesen Satz. Und er ist wie ein Aufbruch.

P.S. Ich frage mich, ob das jetzt sieben Tage sind?

 

 

 

Friederike Kretzen 1956 in Leverkusen geboren, Studium der Soziologie und Ethnologie, Arbeit als Dramaturgin am Residenztheater München. Seit 1983 freie Autorin in Basel. Verfasserin zahlreicher Romane. Neben der schriftstellerischen Arbeit als Literaturkritikerin, Essayistin und seit vielen Jahren als Dozentin an der ETH Zürich und dem Literaturinstitut Biel tätig. Titel der zuletzt erschienenen Bücher: Weisses Album; Natascha, Veronique und Paul; Handbuch der Ratlosigkeit, (Mitherausgeberin). Im Frühjahr erschien die Schule der Indienfahrer.

#1 January 1st - 8th Jacob Wren

#2 January 9th - 15th Toshiki Okadajapanese version

#3 January 16th - 22nd Nicoleta Esinencuromanian version

#4 January 20th - 30th Alexander Karschnia & Noah Fischer

#5 January 30th - February 6th Ariel Efraim Ashbel

#6 February 6th - 12th Laila Soliman

#7 February 13th - 19th Frank Heuel – german version

#9 February 26th - March 5th Gina Moxley

#10 March 6th - 12th Geoffroy de Lagasnerie – version française

#11 March 13th - 19th Agnieszka Jakimiak

#12 March 20th - 26th Yana Thönnes

#13 March 30th - April 2nd Geert Lovink

#14 April 3rd - 9th Monika Klengel – german version

#15 April 10th - 16th Iggy Lond Malmborg

#16 April 17th - 23rd Verena Meis – german version

#17 April 24th - 30th Jeton Neziraj

#18

#19

#20 May 15th - 21st Bojan Jablanovec

#21 May 22nd - 28th Veit Sprenger – german version

#22 May 29th - June 4th Segun Adefila

#23 June 5th - 11th Agata Siniarska

#24

#25 June 19th - 25th Friederike Kretzengerman version

#26 June 26th - July 2nd Sahar Rahimi

#27 July 3rd - 9th Laura Naumanngerman version

#28 July 10th - 16th Tom Mustroph – german version

#29 July 17th - 23rd Maria Sideri

#30 July 24th - 30th Joachim Brodin

#31

#32

#33 August 14th - 20th Amado Alfadni

#34

#35 August 28th - September 3rd Katja Grawinkel-Claassen – german version

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10.6. #future politics No3 Not about us Without us FFT Juta

Geoffroy de Lagasnerie Die Kunst der Revolte

21.1. #future politics No1 Speak TRUTH to POWER FFT Juta

Mark Fisher
We are deeply saddened by the devastating news that Mark Fisher died on January 13th. He first visited the FFT in 2014 with his lecture „The Privatisation of Stress“ about how neoliberalism deliberately cultivated collective depression. Later in the year he returned with a video-lecture about „Reoccupying the Mainstream" in the frame of the symposium „Sichtungen III“ in which he talks about how to overcome the ideology of capitalist realism and start thinking about a new positive political project: „If we want to combat capitalist realism then we need to be able to articulate, to project an alternative realism.“ We were talking about further collaboration with him last year but it did not work out because Mark wasn’t well. His books „Capitalist Realism“ and „The Ghosts of my Life. Writings on Depression, Hauntology and Lost Future“ will continue to be a very important inspiration for our work. 

Podiumsgespräch im Rahmen der Veranstaltung "Die Ästhetik des Widerstands - Zum 100. Geburtstag von Peter Weiss"

A Collective Chronicle of Thoughts and Observations ist ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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