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Claudia Bosse / theatercombinat
reenacting the archive - part I

SA

8.7.

17.00


 

PERFORMATIVER WALK
TREFFPUNKT: STADTARCHIV     WORRINGER STRASSE 140
EINTRITT FREI

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In einer dreijährigen Residenz arbeitet die Künstlerin Claudia Bosse in Düsseldorf unter dem Titel „reenacting the archive“ zu den propagierten Weltsichten von Ausstellungen in verschiedenen Zeitabschnitten und der damit verbundenen geschichtlichen Repräsentation und Konstruktion des Fremden. Für den ersten Teil hat sie gemeinsam mit Günther Auer zwei Wochen lang das Düsseldorfer Stadtarchiv durchforstet und sich mit der Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung 1902 befasst, welche zum ersten mal „fremde Kulturen“ als Teil von Ausstellungsdisplays in Düsseldorf präsentierte. Neben Industriegütern, Kunst und Kriegsmaschinen gab es auch einen Ausstellungskomplex mit einem nubischen und einem arabischen Dorf. Wie in Weltausstellungen und Völkerschauen zu dieser Zeit gängig, wurden dort kleine Dorf- oder Familiengemeinschaften aus den Kolonialgebieten in ihren „originalen Lebensbedingungen“ dargestellt.

Am 8. Juli wird im Rahmen des interdisziplinären Ausstellungs- und Forschungsprojekts „Von fremden Ländern in eigenen Städten“ der AG Perspektive Bahnhofsviertel das bisherige Material in einem performativen Walk veröffentlicht. In einer Prozession, ausgehend vom Düsseldorfer Stadtarchiv über verschiedene Stationen durch den öffentlichen Raum des Bahnhofsviertels, wird das Archivmaterial zurück in den heutigen Stadtraum getragen. Es entsteht eine mobile Installation, begleitet von Sound- und Lectureelementen, von Fakten und Fiktionen und von Reenactments einzelner Fotografien aus dem Stadtarchiv. So öffnen sich Bezüge zwischen Geschichte und Gegenwart im Düsseldorfer Bahnhofsviertel.

theatercombinat, gegründet 1996, ist eine Compagnie zur Produktion unabhängiger Kunst- und Theaterarbeiten, geleitet von der in Wien ansässigen Künstlerin, Choreografin und Regisseurin Claudia Bosse. Sie entwickelt international Installationen und Arbeiten für Museen, Architekturen, Theater sowie Stadträume. Die Produktionen erschaffen neue Aktions- und Wahrnehmungsräume im Bereich des (experimentellen) Theaters zwischen Installation, (Raum)Choreografie, urbaner Intervention und generieren politische Hybride als immer raumspezifsche Settings mit besonderen Konstellationen für unterschiedliche Öffentlichkeiten. Die Arbeiten entstehen in Zeiträumen von einer Woche bis zu vier Jahren in Wien und Städten wie Tunis, Kairo, Zagreb, Prag, Düsseldorf, New York, Genf, Braunschweig, Hamburg, Podgorica oder Beirut und umfassen Stadtinterventionen, (chorische) Gesamtraumchoreografien, Tragödienkomplexe, politische Theaterhybride sowie Diskurse zu Theorien der Praxis.

Konzept: Claudia Bosse. Kollaboration/Sound: Günther Auer. Recherche: Aletta Beck. Kommunikation: Vicky Klug. Mit besonderem Dank für die Unterstützung an: Lothar Pützstück. Produktion: FFT Düsseldorf. Kooperation: Stadtarchiv Düsseldorf, theatercombinat. Gefördert von: Wien Kultur.

Ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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